Heimatverein stellt Geschichte und Bedeutung des Alten Friedhofs in Aichach bei einer gut besuchten Führung in den Mittelpunkt

Der Alte Friedhof in Aichach ist nicht nur seit 220 Jahren Begräbnisplatz für die Stadt, sondern heute auch ein wichtiger stadtgeschichtlicher Erinnerungsort. Dies wurde kürzlich bei einer Veranstaltung des Heimatvereins Aichach betont. Vereinsvorsitzender Wolfgang Brandner erläuterte den zahlreich erschienenen Interessierten dabei die kunstgeschichtliche Wertigkeit ausgewählter Grabmäler.

Der um die 1668 gebaute Kirche St. Michael an der heutigen Martinstraße gelegene Friedhof war ursprünglich für die Bestattung der Toten aus den Filialen der Pfarrei Aichach angelegt worden. Zunächst wurden dort nur die Verstorbenen aus Algertshausen, Untergriesbach, Ober- und Unterwittelsbach, Unterschneitbach und Walchshofen beerdigt. Der Friedhof für die Verstorbenen aus der Kernstadt lag unmittelbar um die Stadtpfarrkirche innerhalb der Stadtmauern. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde dieser Friedhof aufgegeben und alle Beerdigungen fanden nun auf dem Friedhof um die Michaelskapelle statt. Wie Brandner erläuterte, gab es im Zeitraum von 150 Jahren drei große Erweiterungen der Anlage, zunächst nach Osten, 1931 nach Süden zur Schulstraße hin und zuletzt 1946 in Richtung Norden.

Bei dem historischen Spaziergang wurde herausgestellt, dass der Friedhof an der Schulstraße ein biografisches Abbild der Bewohner der Stadt ist. Manche sind im frühen Lebensalter, nach langem Leidensweg oder im hohen Alter gestorben. Deutlich wurde den Teilnehmern auch, dass sich die Lebensumstände der Verstorbenen oftmals auch in der Gestaltung ihrer Grabstätte niederschlagen. 

Beim Rundgang über den Gottesacker zeigte Brandner beispielhaft einige ausgewählte Grabdenkmäler und ging auf die Biografie der dort bestatteten Personen und die kunstgeschichtliche Symbolik der Denkmäler näher ein. Dabei stellte er verschiedene Grabmalformen, die auf dem Aichacher Friedhof zu finden sind, wie Obelisk, Büste, Engel, Kreuz, Kapelle, Gesteinsberg oder Sarkophag vor.

Aichach-Alter Friedhof
Aichach Alter Friedhof (Fotos: Hermann Klemmt)

Mehr als 40 Personen hatten sich zu einer heimat- und kunstgeschichtlichen Führung mit Kreisarchivpfleger Wolfgang Brandner (ganz links) über den Alten Friedhof in Aichach eingefunden. Dabei wurde auch das hochwertige Bronzegrabmal der Familie Martin, vor dem sich die Gruppe versammelt hat, vorgestellt.

Grabmal der Familie Martin
Bronze-Grabmal der Familie Martin

Einige Beispiele für andere Grabmalformen:

Grabmalformen


Über die Bedeutung des Alten Friedhofs berichtet auch die Aichacher Zeitung am 14. November:

AZ_Friedhof