Ludwig I. und Lola Montez

– Szenen einer Selbstdemontage –

Am 11. November 2025 besuchte die bekannte Münchner Historikerin Dr. Katharina Weigand wieder einmal Aichach mit einem interessanten Vortrag, zu dem der Heimatverein eingeladen hatte, und Sarah Schormair, die Leiterin des Stadtmuseums, stellte dafür dessen Vortragssaal zur Verfügung.
Wie an der Überschrift erkennbar spielte im Vortrag ein König von Bayern die männliche Hauptrolle.

Als die angeblich spanische Tänzerin Lola Montez 1846 nach München kam, war der bayerische König, Ludwig I., nach kürzester Zeit mehr als angetan von ihr. Er verliebte sich, trotz des erheblichen Altersunterschiedes.
Vor allem aber war er zu lange nicht davon zu überzeugen, dass Lola Montez nur ihren eigenen Vorteil im Blick hatte, dass sie eine provokante Zumutung für seine Untertanen darstellte, dass es Unmut hervorrufen musste, als sie begann, sich in die Berufung der Minister einzumischen.
Auf Lolas Wunsch hin erhob der König die Tänzerin schließlich sogar zur Gräfin, was ihm den Rücktritt seines langjährigen Ministers Carl von Abel einbrachte sowie sich steigernde Proteste von Professoren und Studenten der Münchner Universität. Ludwig I. reagierte darauf mit der Schließung der Hohen Schule und der Ausweisung nicht ortsansässiger Studenten.
Der König bedachte dabei offensichtlich nicht, dass diese Maßnahmen die Münchner Bürger auf den Plan rufen würden, die um ihre Einnahmen (Zimmervermietungen etc.) fürchteten. Zuletzt sah sich der Monarch gezwungen, den Protestierenden die Erfüllung der sogenannten Märzforderungen zu versprechen.
Da dies aber in seinen Augen seine bisherige Machtfülle schmälern würde und da Ludwig I. kein reiner Unterschreibkönig – wie er das nannte – sein wollte, trat er am 20. März 1848 zurück und überließ die Herrschaft seinem ältesten Sohn Max.
Die Liaison mit Lola Montez hatte Ludwig I. zuletzt also nicht nur den Thron, sondern auch – wie er selbst ausrechnete – eine Geldsumme gekostet, die derjenigen zur Errichtung der Feldherrnhalle in München gleichkam.

Beide Gemälde stammen von Joseph Karl Stieler, der von 1820 bis 1855 Hofmaler der bayerischen Könige war.

Dr. Katharina Weigand, Sarah Schormair, Wolfgang Brandner
Die Historikerin Dr. Katharina Weigand, eingerahmt von Sarah Schormair und Wolfgang Brandner.